Am 25. September wird der Band 3 aus unserer Sonderreihe „Studien und Quellen zur Geschichte des Emslandes und der Grafschaft Bentheim“ im Rahmen der 650-Jahrfeier der Stadt Neuenhaus öffentlich vorgestellt. In diesem Buch steht ein niederdeutscher Lyriker und Brückenbauer zwischen Deutschland und den Niederlanden im Mittelpunkt: Karl Sauvagerd aus Neuenhaus.

Sauvagerd (1906-1992) war ein sehr produktiver Schreiber, von dem allerdings nur 1948 und 1955 kleine Bände – teils später nachgedruckt – erschienen. Ein Großteil seiner Werke findet sich verstreut in zahlreichen Zeitungen, Zeitschriften und Jahrbüchern dies- und jenseits der deutsch-niederländischen Grenze. Der sprachbegabte Schneidermeister wirkte mit an der Entwicklung einer grenzüberschreitenden Schreibweise für das Plattdeutsche, der Vosbergen-Schriftweise, und war im „Schrieverkring an Ems en Vechte“ und zahlreichen weiteren niederdeutschen Autorenvereinigungen in Niedersachsen aktiv. Insbesondere lag ihm nach dem Krieg die Verständigung mit den Niederlanden am Herzen, so dass er viele Kontakte in das Nachbarland knüpfte und in der dortigen Nedersaksisch-Szene sehr bekannt war.

Nun erscheint erstmals ein Überblick über sein thematisch breites lyrisches Schaffen, verbunden mit dem Abdruck einiger ausgewählter Kurzgeschichten, die in neun umfangreichen Kapiteln gegliedert sind. Sauvagerds Themen reichen von der Natur über die Jahreszeiten, die Stationen des menschlichen Lebens bis hin zur Politik, wo er sich etwa kritisch mit der Wiederbewaffnung Deutschlands auseinandersetzt.

Die Sprachwissenschaftlerin Verena Kleymann, Redakteurin des Jahrbuchs der Münsteraner Augustin-Wibbelt-Gesellschaft, wählte die Werke aus und führt in das Schaffen Sauvagerds ein. Der Historiker Dr. Helmut Lensing beschäftigt sich in einer umfangreichen Untersuchung mit dem Leben Sauvagerds und thematisiert vor allem sein Engagement für die deutsch-niederländische Verständigung und für die Bewahrung des Plattdeutschen – ein wichtiger Beitrag zur Geschichte des Plattdeutsch-Bewegung im Raum Grafschaft Bentheim/Emsland und der östlichen Niederlande nach dem Zweiten Weltkrieg.

Der Germanist Prof. Dr. Dieter Stellmacher, emeritierter Inhaber des Lehrstuhls für Niederdeutsch in Göttingen, untersucht die Besonderheit der niederdeutschen Sprache dies- und jenseits der Grenze, wobei sein Beitrag auch in niederländischer Sprache abgedruckt ist. Stellmacher und Lensing werfen natürlich immer wieder Blicke nicht nur auf die Niederlande, sondern auch auf das Emsland oder das Münsterland.


Karl Sauvagerd, De Tied blif Baas – Ausgewählte Texte und ein Lebensbild

Hrsg. im Auftrag der Heimatfreunde Neuenhaus e.V. von Bernd Vette und Klaus Vorrink, Haselünne 2019, 420 Seiten

25,00 Euro (plus Versand) ISBN 978-3-9818393-7-1


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