Izabella Mittwollen-Stefaniak,
„Zuhause ist, wo man Wurzeln schlägt“ – Integration von Zwangsausgesiedelten am Beispiel der emsländischen Gemeinde Sögel

Haselünne, Eigenverlag der Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte, 2013, 333 Seiten, ISBN 978-3-9814041-5-9

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Ausgebombte, Evakuierte, Flüchtlinge, Vertriebene, Zwangsausgesiedelte – für die zahllosen Deutschen, die in der Endphase des Zweiten Weltkriegs und den folgenden Jahren heimatlos durch Europa irrten, sind viele Bezeichnungen geläufig.

Was es mit diesen Begriffen auf sich hat, warum es zu der Massenumsiedlung von Deutschen gekommen ist und wie es den Neuankömmlingen im nördlichen Emsland erging, ist Thema des zweiten Bandes unserer Sonderreihe. Die Autorin Izabella Mittwollen-Stefaniak arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Vechta.

Nach der Erläuterung politischer Entscheidungen zum Schicksal der Deutschen im Osten beschäftigt sie sich mit deren Aufnahmegesellschaft im Emsland. Dazu untersucht sie die Lebens- und Wohnverhältnisse, das Kriegsende mit seinen Verwüstungen gerade im Raum Sögel und die Konflikte, die mit der Ankunft der Neubürger verbunden waren. Diese reichten über die Schwierigkeiten bei der Unterbringung und wirtschaftlichen Eingliederung über Verständigungsprobleme in Hinblick auf unterschiedliche Mentalitäten und Dialekte bis hin zu massiven politischen Kämpfen um die Verteilung der im Rahmen des Emslandplans neu kultivierten Siedlungsflächen.

Ausführlich geht die Autorin auch auf die alltäglichen Probleme angesichts des Aufeinandertreffens von Protestanten und Katholiken ein. Vernachlässigt werden dabei nicht die innerkonfessionellen Friktionen und Aspekte der wirtschaftlichen und sozialen Integration, beispielsweise das Heiratsverhalten zwischen Einheimischen und Neubürgern. Izabella Mittwollen-Stefaniaks Untersuchung der Geschehnisse im Raum Sögel steht beispielhaft für vergleichbare Vorgänge, die sich in vielen emsländischen und westdeutschen Gemeinden zeitgleich abspielten.

Das Inhaltsverzeichnis ist hier einzusehen:

Vorwort des FORUM Sögel e.V. S. 7

Vorwort der Gemeinde Sögel S. 9

Danksagung S. 10

1. Einleitung S. 13

2. Termini S. 20

2.1 Begriffsvielfalt und Begriffswahl S. 20

2.2 Integration S. 32

3. Historischer Kontext der Zwangsaussiedlung der Deutschen infolgedes Zweiten Weltkrieges S. 38

3.1 Vom nationalen Prinzip zur Legitimation der Bevölkerungsverschiebungen S. 40

3.2 Flucht, „wilde Vertreibung“ und die Zwangsaussiedlung der Deutschen aus den Gebieten östlich der Oder und Neiße zwischen 1944 und 1950 – Eine Skizze S. 45

4. Rahmenbedingungen für die Aufnahme der Zwangsausgesiedelten S. 55

4.1 Aufbau der „Flüchtlingsverwaltung“ und die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Aufnahme der Zwangsausgesiedelten in Westdeutschland S. 55

4.2 Das Aufnahmegebiet und die Aufnahmegesellschaft im Emsland S. 66

4.3 Das Kriegsende in Sögel und seine Folgen S. 76.
Exkurs: Infektionsgefahr und Sittenverwahrlosung – Zwangsausgesiedelte im Visier der Gesundheitspolitik und -praxis S. 94

5. Zuwanderung, Aufnahme und wohnräumliche Integration Zwangsausgesiedelter am Beispiel Sögel S. 101

5.1 Die Zuwanderung Zwangsausgesiedelter im Emsland am Beispiel Sögels S. 101

5.2 Die Aufnahme und Unterbringung Zwangsausgesiedelter – Wohnungsnot und Wohnverhältnisse in Sögel im Vergleich zum gesamten Kreis Aschendorf-Hümmling S. 135

5.3 Die Unterbringung in Lagern S. 135

5.3.1 Das RAD-Lager Sögel S. 140

5.3.2 Das Flüchtlingsaltersheim in Sögel S. 160

5.4 Der Wohnungsbau und seine Bedeutung für den Integrationsprozess S. 169

6. Ausgewählte Aspekte der wirtschaftlichen Integration der Zwangsausgesiedelten S. 181

6.1 Die Versorgungslage und Beschäftigung bis zur Währungsreform S. 181

6.2 Arbeitsbedingte individuelle Abwanderung und staatlich gelenkte Umsiedlungen in den 1950er Jahren S. 189

6.3 Die Bodenreform und der Emslandplan: Landwirtschaft als regionaler Schwerpunkt der wirtschaftlichen Integration der Zwangsausgesiedelten im Emsland S. 198

6.4 Die Bedeutung der Zwangsausgesiedelten für die regionalen Entwicklung und abschließende Bemerkungen zu ihrer wirtschaftlichen Integration S. 229
Exkurs: Die Problematik der Konfessionsverschiedenheit S. 233

7. Resümee S. 262

Anhang (Tabellen) S. 269

I. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis S. 291

II. Quellen- und Literaturverzeichnis S. 298

III. Personen- und Ortsverzeichnis S. 326

 

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